1835 Christian Dietrich Grabbe: Die Hermannsschlacht

»Mein Herz ist grün von Wald« – Christian Dietrich Grabbe investierte seine letzten Kräfte in dieses Monumentaldrama, das dennoch unvollendet blieb. In der Lippischen Landesbibliothek Detmold existieren über 60 Bruchstücke des Werks. Das Theaterstück wurde 1838 von Eduard Duller aus dem Nachlass herausgegeben.Thematisch geht es  um die Entstehung einer gegen die römische Herrschaft gerichteten »nationalen« Befreiungsbewegung der germanischen Stämme unter Führung des Cheruskerfürsten Arminius/Hermann, die sog. Varus-Schlacht im Jahre 9 nach Christus. Dem Stück wurde eine unrühmliche Rezeption zuteil. Als »gewaltiges Spiel deutsch-heidnischen Geistes« wurde es während des Nationalsozialismus häufig – auch auf Freilichtbühnen – gespielt.

Grabbe wollte mit dem 1835/1836 entstandenen Werk seiner lippischen Heimat ein Denkmal setzen und zugleich ein realistisches Geschichtsbild der legendären Schlacht liefern. Er wählte dabei einen anderen Ansatzpunkt als sein Zeitgenosse Heinrich von Kleist, der in einem thematisch ähnlichen Drama die Auseinandersetzung zwischen Germanen und Römern als ein Spiegelbild des antinapoleonischen Widerstands in Deutschland zeichnete. Grabbe hingegen legt den Konflikt als eine Auseinandersetzung zwischen dem starren, technischen Militärapparat der Römer und dem natürlichen, ursprünglichen Volkstum der Germanen an, wobei beide Seiten negative und positive Eigenschaften aufweisen. Der »kalten« Rechtsprechung der Römer steht das natürliche Rechtsempfinden der Germanen gegenüber, der zivilisatorisch höherstehenden, einheitlichen Römerkultur ein mit der Natur verwachsendes, heteorogenes Volk aus mehreren Stämmen. Herrmann ist dabei ein Grenzgänger, der im römischen Heer dient und dennoch die Stämme der Germanen hinter sich vereint, um das römische Joch abzuschütteln.

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Tondokumente

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