1844 Annette von Droste-Hülshoff: Gedichte

Mit ihrer zweiten Gedichtausgabe wurde Annette von Droste-Hülshoff  einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Entscheidend hierfür war, dass die Sammlung im renommierten Cotta-Verlag erschien, der mit dem Vorabdruck der »Judenbuche« (April/Mai 1842) und einzelner Gedichte im »Morgenblatt für gebildete Leser« Interesse für die ungewöhnliche Autorin geweckt hatte. Die Resonanz auf die Ausgabe war erneut gering. Zwar fand die Kritik teilweise positive Worte, doch buchhändlerisch und im Hinblick auf längerfristige Publikumsresonanz war das Buch wie schon die erste Veröffentlichung von 1838 ein Misserfolg. An der Entstehung des Gedichtbandes hatte Levin Schücking entscheidenden Anteil. Der größte Teil des Buches, etwa 60 Gedichte, entstand in seinem Beisein 1841/42 während eines Aufenthaltes der Droste im Hause ihrer Schwester auf Schloss Meersburg am Bodensee. Die Sammlung ist inhaltlich vielgestalt. Eröffnet wurde sie auf Anregung Schückings von politischen »Zeitbildern«, in denen sich die Autorin gegen die ihrer Ansicht nach politisch und poetisch eindimensionale Vormärzlyrik abgrenzt, die zum politischen Umsturz aufrief. Hierauf folgen »Heidebilder« mit hochsensibler Naturbeobachtung und unter anderem »Gedichte vermischten Inhalts«. Auch die Versepen der 1838er-Ausgabe erlebten einen Nachdruck, während die »Judenbuche« ausgeklammert blieb.

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Tondokumente

  • »Levin, lieber Junge« audio/mpeg, 3 MB