Eine weitere volkstümliche literarische Figur. Frans Essink ist Gelbgießer und ein höchst origineller und sonderbarer Charakter. Vor allem aber ist er ein Münsterer Pohlbürger mit Leib und Seele. Er hat seine Vaterstadt noch nie verlassen und weigert sich hartnäckig, dies zu tun, wie er sich überhaupt gegen alles sträubt, was die Zeit mit sich bringt. Ein Original also, wie geschaffen für eine humoristische Einkleidung. Zu Papier gebracht wurden die schnurrigen Episoden um das Urbild münsterischen Spießbürgertums in der ersten Fassung von 1875 durch von Franz Giese. Da eine Anzahl Kapitel jedoch von Hermann Landois stammt, beanspruchte er die Autorschaft für sich. Anteil an der Entstehung hat jedoch auch, wie der Untertitel zu erkennen gibt, die »Münsterische Abendgesellschaft«, eine feuchtfröhliche Vereinigung, die selbst literarische Schwänke aufführte. Hermann Landois war selbst ein Stadtoriginal, »die volkstümlichste Gestalt, die jemals in Münsters Mauern gelebt hat« (Haas-Tenckhoff). Der Naturforscher und Gründer des Münsterschen Zoos verfasste humoristische Verse, Erzählungen und Schwänke in westfälischer Mundart. Über die Bühnenaufführungen der »Zoologischen Abendgesellschaft« finanzierte er teilweise seine naturwissenschaftlichen Projekte (Zoogründung).
Tondokumente
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De Scholmagister audio/mpeg, 14 MB
