1916 Wagenfeld: Lucifer

Karl Wagenfeld (1869-1939) ist neben Augustin Wibbelt der bekannteste westfälische Mundartautor. Sein Werk steht ganz im Zeichen seines Engagements für den Heimatgedanken. Es entstand aus dem Bemühen, die plattdeutsche Sprache zu bewahren. 1919 war Wagenfeld an der Gründung der noch heute existierenden Niederdeutschen Bühne Münster beteiligt. 1915 wurde auf seine Anregung hin der »Westfälische Heimatbund« gegründet, an dem Wagenfeld seit 1919 aktiv mitarbeitete und dessen Leitung er 1921 übernahm. In dieser Zeit trat das Werben des Autors für »Stamm und Volkstum« ganz in den Vordergrund. Der Beginn des nationalsozialistischen Zeitalters 1933 wurde von Wagenfeld ausdrücklich begrüßt. Dies ließ ihn zu einem Kandidaten für den Westfälischen Literaturpreis werden, mit dem er 1939 ausgezeichnet wurde.Wagenfelds dramatisches Werk spielt ausschließlich in der bäuerlichen Welt und war vielfach für die Aufführung auf Bauernbühnen gedacht. Wagenfeld erkannte schon früh die Möglichkeiten des kommenden Massenmediums Rundfunk und war als Interpret höchst aktiv und angesehen. Die »Bauernhochzeit« und »Luzifer« gingen als »Sendebeispiele« über den Sender Münster. Thematisch bekennt sich Wagenfeld uneingeschränkt zu Idealen einer bäuerlich-archaischen Lebenswelt. Dies geht einher mit der Kritik am Verfall christlicher und moralischer Werte in der modernen Welt. Der Lyriker und Erzähler tritt dagegen in den Hintergrund.

Tondokumente

  • De Här audio/mpeg, 20 MB