Hertha Koenig: »Sonette. Gedichte.« Leipzig: Insel 1917
Die auf Gut Böckel bei Bieren (Gemeinde Rödinghausen) geborene Hertha Koenig (1884-1976) ist eine von wenigen erwähnenswerten impressionistischen Dichterinnen Westfalens. Ihre Gedichte und Romane erschienen in renommierten Verlagen in München, Berlin und Leipzig, u.a. im Fischer- und Inselverlag. Die frühe, empfindsame Lyrik ist dem übergroßen Vorbild Rilkes verpflichtet. Sie handelt von Natur, Sehnsucht und Liebe. Es ist jedoch, wie so oft, nicht das Thema, das anspricht, sondern das »Wie« der Gestaltung, das die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Hertha Koenigs Gedichte bieten in dieser Hinsicht sehr innige und differenzierte Stimmungsbilder, die einen eigenen Ton zum Ausdruck bringen. Von ihren späten Texten sind insbesondere ihre unprätentiösen, in stilsicherer, betont sachlicher Prosa geschriebenen »Erinnerungen an Rilke« und ihre von genauer Beobachtungsgabe und großem psychologischen Einfühlungsvermögen zeugende Erzählung »Rilkes Mutter« zu nennen. Nicht nur zu Rilke, sondern auch zu vielen anderen bekannten Literaten unterschiedlichster Weltanschauung unterhielt die Mäzenatin freundschaftliche Kontakte. Zu ihrem Kreis zählten Salomo Friedlaender (Pseudonym: Mynona, 1871-1946), Marie von Ebner-Eschenbach (1830-1916), Lou Andreas-Salomé‚ (1861-1937), die Fürstin Lichnowsky, Oskar Maria Graf (1894-1967), Karl Wolfskehl (1869-1948), Theodor Heuss (1884-1963), Martin Heidegger (1889-1976) und Carl Jacob Burckardt (1891-1974). Die meisten dieser Bekanntschaften gehen auf die Jahre zwischen 1905 und 1930 zurück, als Hertha Koenig für jeweils mehrere Monate in Bayern lebte und in ihrer Münchner Stadtwohnung einen literarischen Salon unterhielt.
Tondokumente
-
Muse audio/mpeg, 663 KB
-
Liebe und Lust audio/mpeg, 811 KB
-
Der Blinde audio/mpeg, 819 KB
-
Sonette audio/mpeg, 858 KB
-
Flucht audio/mpeg, 859 KB