Christine Kochs Name besitzt noch immer einen eigenen Klang. »In der Sprache des Landes, der plattdeutschen Mundart, hinterließ diese Frau ein bemerkenswertes lyrisches Werk: Gedichte. Aber auch ein wenig Prosa. Es reichte, um zu überleben, weil es von einer Art war, wie man sie bis zu den zwanziger Jahren im Idiom des Sauerlandes nicht kannte: anspruchsvolle, ernste und intensive Texte jenseits des bloß Burlesk-Unterhaltsamen. Es war schon erstaunlich, wie die Bauersfrau, Gastwirtin, Hausfrau und Mutter von vier Kindern in den zwanziger Jahren, als sie bereits die fünfzig überschritten hatte, aus dem abgelegenen Bracht schreibend in die Welt hinauskam. Dass sie mit Hilfe von Freunden Bücher publizierte: 1924 ihren ersten Gedichtband »Wille Räusen«, 1927 die Prosaschrift »Rund ümme'n Stimmstamm rümme«, 1929 den zweiten Gedichtband »Sunnenried«. Und dass sie damit Anerkennung fand, weil sie sauerländischer Mundart in Gedichten literarische Gestalt gab.« (Siegfried Kessemeier) Das Werk der »sauerländischen Nachtigall« ist bis heute nicht in Vergessenheit geraten, unter anderem durch das Engagement der »Christine-Koch-Gesellschaft zur Förderung der Literatur des Sauerlandes«.
Tondokumente
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Wille Räusen audio/mpeg, 3 MB