»Ich singe nicht für euch, / … ihr frankophilen Käselutscher, / ihr, die ihr nichts so liebt / wie eure eignen parfümierten Pöter…« (»Für wen ich singe…«) – Die Tradition des gesellschaftskritischen Songs führten in den sechziger und siebziger Jahren zwei der populärsten deutschen Liedermacher fort, der aus Schwelm gebürtige Franz-Josef Degenhardt (geb. 1931) und der 1942 nahe Bielefeld geborene Hannes Wader. Der promovierte Jurist und APO-Anwalt Degenhardt orientierte sich dabei zunächst an der satirischen Kleinkunst der 20er Jahre (Tucholsky, Kästner, Mehring usw.), sein Volkston erinnert häufig an Brecht. Im Zuge der Studentenrevolute wurde Degenhardt zu einer Leitfigur der deutschen Protestbewegung. 1972 erreichte seine »Befragung eines Kriegsdienstverweigerers« Platz 1 in der WDR-Hitparade. Sein Roman »Zündschnüre« belegte 1973 monatelang vordere Plätze der Spiegel-Bestseller-Liste, wurde 1974 verfilmt und 1975 Taschenbuch des Monats. Auch der Roman »Brandstellen« wurde 1977 verfilmt. 1978 hat Degenhardt 150.000 Romanbände, 600.000 Platten und 300.000 Lyrikbände (Textbände) verkauft. Durch Zensureingriffe gegen ihn wuchs seine Popularität weiter.
Tondokumente
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Väterchen Franz audio/mpeg, 6 MB
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Deutscher Sonntag audio/mpeg, 5 MB
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Für wen singen audio/mpeg, 3 MB
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Schmuddelkinder audio/mpeg, 4 MB
