Ulla Hahn ist eine Autorin, an der sich die Geister scheiden. Über kaum eine deutsche Lyrikerin ist in den 1980er Jahren mehr debattiert und gestritten worden. Die Verfasserin wurde Zielscheibe heftigster Polemik, gar beißenden Spotts. Ihre Verse seien zwar virtuos, aber zu leicht und seicht, wurde moniert. Etwas weniger plakative Tändelei stünde der Autorin gut zu Gesicht. Vor allem aber: Hier habe sich eine Schreibattitüde allzu schnell abgenutzt, sei zur Masche verkommen. Dem Erfolg taten solche Verdikte keinen Abbruch: Mit ihrem ersten Gedichtband »Herz über Kopf« aus dem Jahre 1981 avancierte Ulla Hahn zur populärsten und kommerziell erfolgreichsten deutschen Lyrikerin der 80er Jahre. Die Auflagen kletterten auf die 40.000er Marke. Der Titel des Gedichtbandes war fortan, eigentlich bis heute, Programm. Und das hieß: Hinfort mit den politischen Parolen und Griesgrämigkeiten und unbeschwert hin zur Befindlichkeitslyrik, Gefühlspoesie und »Gefühlsmusik«, um Michael Braun zu zitieren.Selbstbewusst und kess fasste die Autorin im genannten Band ihr literarisches Programm mit den Worten zusammen: »Danke ich brauch keine neuen / Formen ich steh auf / festen Versesfüßen und alten / Normen Reimen zu Hauf / / zu Papier und zu euren / Ohren bring ich was klingen soll / klingt mir das Lied aus den / Poren rinnen die Zeilen voll / / und über und drüber und drunter / und drauf und dran und wohlan / und das hat mit ihrem Singen / die Loreley getan.« (»Ars poetica«)
Tondokumente
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Angst und Mut audio/mpeg, 527 KB
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Meine Wörter audio/mpeg, 746 KB
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Liebe Kollegen audio/mpeg, 1 MB
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Geburtstag audio/mpeg, 1 MB
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Winterlied audio/mpeg, 638 KB
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Ästhetik audio/mpeg, 572 KB
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Tote Liebe audio/mpeg, 476 KB
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Mit leeren Händen audio/mpeg, 953 KB
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Mit Haut und Haar audio/mpeg, 1 MB
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Im Rahmen audio/mpeg, 811 KB

