Mit »Katzengold« wurde die Sauerländerin Birgitta Arens (Jg. 1948) auf einen Schlag in der literarischen Welt bekannt. Der Roman war die Literarische Entdeckung des Herbstes 1982 und belegte Platz eins der renommierten Kritiker-Bestenliste des SWF. Schon vor Erscheinen hatte die Autorin für ihr Werk den Preis der Klagenfurter Jury beim Ingeborg-Bachmann-Preis erhalten. Hinzu kam der Literaturpreis des Märkischen Kreises. Mit drei Auflagen wurde »Katzengold« ein Publikumserfolg. Zahlreiche Lobeshymnen in den deutschen Feuilletons hatten hieran unmittelbar Anteil. Hervorgehoben wurden neben der literarischen Meisterschaft der Reichtum an Phantasie, die Lust am Fabulieren und der spielerisch-experimentelle Umgang mit der Sprache. Der Roman stifte eine Verbindung von kritischem Realismus und märchenhafter Poesie. Soziales Bewusstsein und hohe Sensibilität für individuelle Träume und Ängste kämen gleichermaßen zum Ausdruck. Eine andere Kritik bezeichnete »Katzengold« als eine mögliche Antwort auf die Frage nach der Existenz einer weiblichen Literatur.Hintergrund des Romans sind die Geschichten, die eine Großmutter ihrer Enkelin erzählt. Es sind Episoden aus einem kleinen sauerländischen Dorf. Nach dem Tod der Großmutter werden diese Erzählungen von der Enkelin spielerisch und phantasievoll ausgesponnen. Die reale Folie – Bilder aus dem katholischen Alltag in einer Kleinstadt – bleibt dennoch präsent. Es geht um falsche Rentenbescheide, blühende Schwindsucht, die Abenteuer eines Nachkriegskindes, eine zu kurz gekommene Elterngeneration und deren angestrengte Jagd nach dem Glück, das berufliche Aufstiegsversagen des Vaters, die Themen Liebe, Leid, Tod und Auferstehung. Beobachtet wird das Szenario von einem heranwachsenden Kind, das erkennt, dass das Paradies der Kindheit Fiktion ist. Die Landschaft des Sauerlandes hat »Katzengold« wesentlich geprägt. Der Kritiker Heinrich Vormweg: Birgitta Arens hat »unter anderem die Fernwirkungen der Judenverfolgung unter Hitler im trüben Milieu einer bäuerlich-proletarisch-kleinstädtischen sauerländischen Gemeinde imaginiert. Katholische Provinz in Westfalen, eine nicht nur literarisch bisher unbekannte, sondern zugleich durchaus exemplarische soziale Landschaft wurde da in einer einfühlend vergegenwärtigten, spannungsvollen Bildersequenz durchschaubar.«
Tondokumente
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Katzengold audio/mpeg, 14 MB
