1992 Georg Bühren: De Lüe – de Wäör – de Tied

»In einer von Bildern so reichen Kindheit auf dem Lande aufgewachsen zu sein«, sei »ein unschätzbarer Wert«, hat Georg Bühren einmal herausgestellt, und: »… es sind immer Bilder, die in meiner Lyrik sich in wenigen Worten verdichten, kleine Formulierungen von Erkanntem, nicht von Erkenntnissen.« Georg Bühren hat solche Memorabilien aufbewahrt, behütet. Sehr persönliche Bilder, die gleichwohl ihren Zeitbezug – das Gestern, Kindheit und Jugend – nie verleugnen. Die Farben, die so evoziert werden, sind kaum einmal anmutig, gar einheimelnd. Zum Teil sind die Erinnerungen sogar hochgradig vergiftet, wie es an zwei Stellen seines 2000 erschienenen Gedichtbandes »düssiets affsiets gientsiets« heißt. Immer aber sind es Bilder voller Intensität, reduziert bis zur schnörkellosesten Knappheit. Die Botschaft (falls dieses Wort überhaupt angebracht ist) ist so direkt, so persönlich, so nüchtern wie möglich. »Mich persönlich zwingt das Niederdeutsche zur Klarheit, daher die reduzierten Formen, es zwingt weitgehend auf den Verzicht modernen Geklirrs, wie wir es in der aktuellen hochdeutschen Lyrik vorfinden…; das Niederdeutsche, so wie ich es verwende, zwingt nicht zum Verzicht auf das Sprachspiel, aber auf allzu gewundene Verzierungen, die beim ersten lauten Lesen abbrechen.«

Galerie

Tondokumente

  • düssiets. gientsiets. affsiets. audio/mpeg, 3 MB
  • Die Spur des Malers audio/mpeg, 3 MB