Heute werden Geschichten im Sekundentakt erzählt: In der Werbung, im Video-Clip, anderswo. Es regiert die kurze Schnittfrequenz, die nur noch andeutet, was sich im Kopf des Betrachters wie von selbst zusammenfügt. Winfried Pielow nimmt sich dagegen zum Erzählen alle Zeit der Welt. In »Die Utopie des Landlebens« hat er die Plätze seiner Jugend wie mit der Fotokamera noch einmal aufgesucht, hat recherchiert, hat meditiert, hat das Einst und Jetzt miteinander verglichen. Und beim Zusammensetzen dieser Bilder wird ihm bewusst, dass das Nacherzählen der fast fünfzigjährigen Erinnerungen nichts anderes ist als eine Utopie, eine mögliche Facette der Lebenswahrnehmung. Pielow ist ein sehr einfühlsamer Erzähler, der auch als Bühnenautor und mehrfach als Hörspielautor hervorgetreten ist.
