1999 Jörg-Uwe Sauer: Uniklinik. Salzburg, Wien: Residenz-Verlag

»Uniklinik« Salzburg, Wien: Residenz-Verlag

»Uniklinik«, das Romandebüt des 1963 in Wanne-Eickel geborenen Jörg-Uwe Sauer, kam gleich bei einem renommierten Verlag unter und fand die ungeteilte Aufmerksamkeit der großen Feuilletons. Die Urteile waren voll des Lobes, teils enthusiastisch. »Uniklinik« spielt im Uni-Milieu, also auf einem anderen Planeten. Unter mysteriösen Umständen wird ein Literaturprofessor Opfer einer Holzfäller-Aktion, bald darauf wird am selben Tatort ein vermeintlicher Selbstmörder aufgefunden (Annette von Droste-Hülshoffs »Judenbuche«-Motiv lässt grüßen!). Derlei Abstruses ist Teil einer gnadenlosen Persiflage auf den heutigen Universitätsbetrieb in einer Romangroteske, die voller raffinierter Boshaftigkeiten, Anspielungen und Elemente der schwarzen Komödie steckt. Besonders hat es dem Autor dabei Thomas Bernhard angetan, aus dessen Oeuvre er Motive aufgreift und dem er auch mit Endlos-Sätzen sprachlich nacheifert. Der Roman birgt den erfreulichen Nebeneffekt, dass das Tragische nicht in Desillusion und Lethargie erstarrt, sondern ins Aufmüpfig-Heitere umkippt. 1999 erschienen, ist »Uniklinik« bis heute ein »Kultbuch« unter den Uni-Satiren.

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