1845 Otto Lüning: Das westfälische Dampfboot

1845

Die 1844 von Otto Lüning gegründete demokratische Zeitschrift »Das Weser-Dampfboot« bzw. »Das Westphälische Dampfboot« (1845-48) war das Sprachrohr des so genannten »Rhedaer Kreises«, der für liberale Programme wie etwa die Forderung nach gleicher Volksbildung eintrat. weiterlesen

1848 Mathilde Franziska Anneke: Frauen-Zeitung

1848

Die literarische Laufbahn Mathilde Franziska Annekes (1817-1884), geb. Giesler, in erster Ehe verheiratete Tabouillot, nahm eine ungewöhnliche Wende. Aus einer katholischen Erbauungs- und Unterhaltungsschriftstellerin wurde eine Freidenkerin, die sich aktiv an der Revolution beteiligte, 1849 in die Vereinigten Staaten auswanderte und zu einer der profiliertesten Gestalten der deutschen Frauenrechtsbewegung wurde. weiterlesen

1849 Georg Weerth: „Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphanski“

1849

Georg Weerth (1822-1856) war – so Friedrich Engels 1883 – der »erste und bedeutendste Dichter des deutschen Proletariats«. Er wird heute zu den wenigen herausragenden Vertretern des deutschen Feuilletons gezählt, der Satire und Parodie meisterhaft beherrschte und überdies authentische sozialpolitische Reportagen und pointierte sarkastisch-eingefärbte Bürgerskizzen verfasste. weiterlesen

1851 Annette von Droste-Hülshoff: Das geistliche Jahr

1851

»O Gott, ich kann nicht bergen, / Wie angst mir vor den Schergen, / Die du vielleicht gesandt, / In Krankheit oder Grämen / Die Sinne mir zu nehmen, / Zu tödten den Verstand! // Es ist mir oft zu Sinnen, / Als wolle schon beginnen / Dein schweres Strafgericht, / Als dämmre eine Wolke, / Doch unbewußt dem Volke, / Um meines Geistes Licht.« weiterlesen

1858 Luise Hensel: Gedichte

1858

Ihre »Gedichte«, zuerst mit Gedichten ihrer Schwester Wilhelmine (s. unten) vereinigt (hrsg. von Kletke, Berl. 1858), zeichneten sich hauptsächlich durch den Geist milder, inniger und sehnsüchtiger Frömmigkeit aus; ihr Abendlied »Müde bin ich, geh‘ zur Ruh’« weiterlesen

1874 Franz Giese / Hermann Landois

1874

Eine weitere volkstümliche literarische Figur. Frans Essink ist Gelbgießer und ein höchst origineller und sonderbarer Charakter. Vor allem aber ist er ein Münsterer Pohlbürger mit Leib und Seele. weiterlesen

1874 Henriette Davidis: Beruf der Jungfrau

1874

Eine seit den 1840er Jahren äußerst erfolgreiche westfälische Autorin war Henriette Davidis (1801-1876). Ihr »Praktisches Kochbuch für die gewöhnliche und die feine Küche« (1844) brachte es auf 76 Auflagen und ist mit seinem sprichwörtlich gewordenen »Man nehme…« weiterlesen

1874 Jodocus Donatus Hubertus Temme: Mord beim Sandkruge

1874

Es fehlt nur noch das schreiende Käuzchen. Ansonsten werden alle Register des Grauens strapaziert: Ein verlassenes Haus mit zwielichtigen Katakomben, Gestalten, die bei Nacht und Nebel herumschleichen, eine »seltsame, unheimliche«, ganz in schwarze Seide gehüllte Frau, natürlich ein Mord, bei dem nicht allein ein Doppelgängermotiv eine Rolle spielt, sondern gleich drei Verdächtige sich offensichtlich wie ein Ei dem anderen ähneln. weiterlesen

1876 Malwida von Meysenbug

1876

Eine weitere Autorin der demokratischen Bewegung war Malwida von Meysenbug (1816-1903). Ihre berühmten und vielfach aufgelegten »Memoiren einer Idealistin« erschienen weiterlesen

1878 Weber

1878

Friedrich Wilhelm Webers »Heldengedicht« »Dreizehnlinden« wurde zu einem westfälischen Volksepos. Es erreichte annähernd eine Millionenauflage. Bis nach dem zweiten Weltkrieg gehörte es zur Schullektüre. weiterlesen

1882 Heinrich und Julius Hart

1882

»Es sind Erregungen von uns ausgegangen, die das Wollen des jungen Geschlechts entzündeten«, resümierten die Brüder Heinrich Hart (1855-1906) und Julius Hart (1859-1930) später. weiterlesen

1886 Friedrich Wilhelm Grimme

1886

Das literarische Schaffen Friedrich Wilhelm Grimmes (1827-1887) reiht sich ein in die volkstümliche, »bekennende« Westfalendichtung. Grimme wird als der »Klassiker« des Sauerlandes bezeichnet. Sein bekanntestes, immer wieder neu aufgelegtes Buch ist »Das Sauerland und seine Bewohner« (1886). weiterlesen

1889 Emil Rittershaus

1889

»Und sieh uns grad’ hinein ins Aug’! / Gradaus, das ist Westfalenbrauch! / Es fragen nicht nach Spiel und Tand / die Männer aus Westfalenland. // Und uns‘re Frauen, uns‘re Mädchen, weiterlesen

1909 Paul Zech: Das schwarze Revier

1909

Obwohl er aus Briesen in Westpreußen stammend, sah Paul Zech (1881-1946) sich als Westfale an. Er begründet dies unter anderem damit, dass seine Ahnen in Westfalen im Kohlenbergbau tätig waren. weiterlesen

1910 Heinrich Kämpchen: Was die Ruhr mir sang

1910

»Das ist des Bergmanns früher Tod: / Er muß im Schacht / Tagtäglich scharren um sein Brot / In Dunst und Nacht.« Heinrich Kämpchen (1847-1912) hatte eine große Leserschaft, weil er von 1890 bis 1912 in fast jeder Ausgabe der »Bergmanns-Zeitung« weiterlesen

1914 Josef Winckler: Eiserne Sonette

1914

»Nicht sentimentales Bedauern erweckt in uns der Rauch der Schlote und der Hochöfen, die menschenverschlingende Großstadt und das landüberzitternde Gestampf der Maschinen. Wir grüßen die tausend Kräfte, die an der Arbeit sind, um unsere Zeit von sich selbst zu erlösen. Wir finden uns kämpfend ab mit den düsteren Schatten unserer Tage, Schatten, an denen zuerst das Licht sich offenbaren wird« weiterlesen

1915 August Stramm: Du. Liebesgedichte

1915

Der in Münster geborene August Stramm (1874-1915) war für die deutsche Literatur das, was Wassily Kandinsky für die Malerei oder Arnold Schönberg für die Musik war: Ein Erfinder der Abstraktion. weiterlesen

1916 Huelsenbeck: Phantastische Gebete

1916

Die entscheidende literarische Station Richard Huelsenbecks (1892-1974) brach 1916 in Zürich an, wo Huelsenbeck bei der Geburtsstunde der Dada-Bewegung Pate stand. Hugo Ball hatte ihn dorthin gerufen. Ball hatte gerade in der »Spiegelgasse Nr. 1« das legendäre »Cabaret Voltaire« eröffnet. weiterlesen

1916 Wagenfeld: Lucifer

1916

Karl Wagenfeld (1869-1939) ist neben Augustin Wibbelt der bekannteste westfälische Mundartautor. Sein Werk steht ganz im Zeichen seines Engagements für den Heimatgedanken. weiterlesen

1918 Adolf von Hatzfeld: »Franziskus«

1918

Adolf von Hatzfeld (1892-1957) ist im Kontinuum der westfälischen Literaturgeschichte ein Einzelgänger, der – nietzscheangehaucht – Dichtertum im originären Sinne verstand und verkörperte: Als Anhänger der »reinen Poesie« war für ihn der Prozess des Dichtens Lebensinhalt und so wichtig wie das Endprodukt, das Gedicht selbst. weiterlesen

1923 Heinrich Luhmann: Heilige in Holzschuhen

1923

Der Lehrer Heinrich Luhmann (1890-1978) ist neben Augustin Wibbelt (1862-1947) und Winckler der westfälische Volkserzähler der 1920er bis 1940er Jahre. Seit den frühen 1920er Jahren veröffentlichte er zahlreiche, häufig humorvolle, im Bauernmilieu spielende Dorferzählungen und engagierte sich daneben in der Heimatbewegung. weiterlesen

1923 Josef Winckler: Der tolle Bomberg

1923

Josef Wincklers Roman »Der tolle Bomberg« avancierte bald nach seinem Erscheinen im Jahre 1923 zu einem Erfolgsbuch. Das kletterte sogar an die Spitze der Bestsellerliste und wurde dort erst im Jahre 1929 von Erich Maria Remarques »Im Westen nichts Neues abgelöst«. weiterlesen