1978 Ottilie Baranowski: Wind weiht

1978

»Besonders bewegend sind ihre Verse, die von der Vergänglichkeit sprechen«, heißt es in der Verleihungsurkunde des renommierten Fritz-Reuter-Preises. Ottilie Baranowski ist eine Autorin der leisen Töne. Sie hat ihre Ursprünge in der traditionellen Mundartliteratur nie verleugnet und führt diese Tradition durch ihr vielfältiges Engagement für die niederdeutsche Sprache weiter fort. weiterlesen

1979 Ernst Meister: Wandloser Raum

1979

Der Hagener Ernst Meister, Jg. 1911, verkörperte Mitte der 1950er Jahre den Prototyp eines neuen westfälischen Schriftstellers, eines Autors, der über ein modernes Formbewusstsein verfügte und virtuos und radikal Spracherkundung betrieb. weiterlesen

1979 Peter Rühmkorf Olsberger Rede

1979

Der Büchner-Preisträger Peter Rühmkorf ist, was nur wenig bekannt ist, in Dortmund geboren. Dieser Umstand prädestinierte ihn als Preisträger für den Annette von Droste-Hülshoff-Preis. weiterlesen

1981 Ulla Hahn: Herz über Kopf

1981

Ulla Hahn ist eine Autorin, an der sich die Geister scheiden. Über kaum eine deutsche Lyrikerin ist in den 1980er Jahren mehr debattiert und gestritten worden. Die Verfasserin wurde Zielscheibe heftigster Polemik, gar beißenden Spotts. weiterlesen

1982 Birgitta Arens: Katzengold

1982

Mit »Katzengold« wurde die Sauerländerin Birgitta Arens (Jg. 1948) auf einen Schlag in der literarischen Welt bekannt. Der Roman war die Literarische Entdeckung des Herbstes 1982 und belegte Platz eins der renommierten Kritiker-Bestenliste des SWF. weiterlesen

1982 Hans Wollschläger: »Herzgewächse oder der Fall Adam«

1982

Hans Wollschläger wurde vor allem durch seine Übersetzung von James Joyces „Ulysses“ (1975) bekannt, die als eine der »großen sprachschöpferischen Leistungen der deutschen Literatur« gewürdigt wurde. Aber dies ist nur eines von vielen Arbeitsfeldern, auf denen sich der in Minden geborene Pastorensohn (1935-2007) hervortat. weiterlesen

1983 Norbert Johannimloh: Appelbaumchaussee

1983

Zwanzig Jahre nach seinem Lyrikdebüt verfasste Norbert Johannimloh (Jg. 1930) mit dem Erzählband »Appelbaumchaussee« ein Standardwerk der westfälischen Literatur. Auch hierbei ging er neue Wege und reformierte die westfälische Dorfgeschichte. weiterlesen

1989 Thenior: Westerwinkler Hundegras

1989

1980 zog der Schriftsteller von Hamburg nach Herbern im Kreis Coesfeld, in die Vorburg von Schloss Westerwinkel. Die schmale Veröffentlichung »Westerwinkler Hundegras« macht deutlich, was Schreiben unter veränderten Lebensbedingungen für Thenior bedeutete, nämlich: Die Sinne säubern, den Blick, Ruhe spüren, beobachten, sich gehen lassen, sich zulassen – heraus aus dem Großstadtmief, aus der zubetonierten Anonymität. weiterlesen

1992 Georg Bühren: De Lüe – de Wäör – de Tied

1992

»In einer von Bildern so reichen Kindheit auf dem Lande aufgewachsen zu sein«, sei »ein unschätzbarer Wert«, hat Georg Bühren einmal herausgestellt, und: »… es sind immer Bilder, die in meiner Lyrik sich in wenigen Worten verdichten, kleine Formulierungen von Erkanntem, nicht von Erkenntnissen.« weiterlesen

1994 Otto A. Böhmer: Der Hammer des Herrn

1994

Die literarische Grundhaltung Otto A. Böhmers (Jg. 1949) ist die eines melancholischen Satirikers und Spötters. Der Autor versteht es wie kaum ein anderer, schwierige Themen allgemeinverständlich und unterhaltsam an den Leser zu bringen. weiterlesen

1995 Burkhard Spinnen: Langer Samstag

1995

Burkhard Spinnen hat, weil er »Unvermutetes im Alltag unspektakulär erzählt«, 1992 den Aspekte-Literaturpreis erhalten. Der akute Alltag ist in der Tat das alles dominierende Thema bei Spinnen, der Alltag und der Alltagsmensch. weiterlesen

1995 Dietrich Schwanitz: Der Campus

1995

»Es gibt eine Schwachstelle im System. Eine Vermischung von Politik und Sexualmoral, die neu auf dem Markt ist. … Der Fall in ihrem Institut, sexuelle Belästigung, feministischer Protest, Political Correctness. Das ist wie eine Kernfusion, die ganz neue Strahlungen freisetzt. Tödliche Strahlungen. weiterlesen

1995 Mechthild Curtius: Im Rüschhaus und anderswo

1995

Mechthild Curtius‘ Texte sind sperrig. Die Autorin will es so. Sie gibt nicht nach. An die Stelle geordneter, in wohltemperierte epische Formen gegossener Landschaftsformationen setzt die Autorin rhapsodische, suggestive, innere Landschaftsbilder, Zerreißbilder. weiterlesen

1995 Winfried Pielow: Die Utopie des Landlebens

1995

Heute werden Geschichten im Sekundentakt erzählt: In der Werbung, im Video-Clip, anderswo. Es regiert die kurze Schnittfrequenz, die nur noch andeutet, was sich im Kopf des Betrachters wie von selbst zusammenfügt. Winfried Pielow nimmt sich dagegen zum Erzählen alle Zeit der Welt. weiterlesen

1996 Gisela Corleis: Brand

1996

Gisela Corleis‘ zweiter Roman »Brand« spielt in der unmittelbaren Heimat der Autorin, im Lippischen. Er bietet ein düsteres Sittengemälde dieser Gegend. Erzählt wird die Geschichte einer alptraumhaften Angst. weiterlesen

1996 Hans-Ulrich Treichel: Heimatkunde oder Alles ist heiter und edel

1996

Hans-Ulrich Treichel ist ein Meister der humoristischen Subversion. Der 1952 in Versmold geborene Autor machte zunächst als Lyriker von sich reden. Nach drei Gedichtbänden bei Suhrkamp (»Liebe Not«, 1986, »Seit Tagen kein Wunder«, 1990, »Der einzige Gast«, 1994) schwenkte er zur Prosa um, der er seitdem treu geblieben ist. Vor allem in dieser Prosa erweist sich Treichel als Variations- und Verwandlungskünstler, der die Attitüde des lakonischen Sprechens meisterhaft beherrscht und sie deshalb zu seinem Generalthema erkoren hat. weiterlesen

1998 Ludwig Homann: Der weiße Jude

1998

Mit »Der weiße Jude« setzte Homann teilweise seine »Nachrichten aus der Provinz« fort, mit denen er zwischen 1966 und 1973 literarisch debütierte. Sein Comeback erlebte der Autor 1994 mit der Erzählung »Engelchen«, in der ein kleines blondes Mädchen von einem Stadtstreicher entführt und getötet wird. weiterlesen

2000 Ralf Rothmann: »Milch und Kohle«

2000

Ralf Rothmann stammt zwar nicht aus Westfalen, aber seine Texte haben viel mit der hiesigen Region zu tun. Für seine Beschreibung der untergegangenen Industriekultur des Ruhrgebiets wurde der Autor mit mehreren Preisen ausgezeichnet. weiterlesen

2001 Erwin Grosche: Lob der Provinz

2001

Erwin Grosche (Jg. 1955) ist ein Unikum. Man muss ihn einfach erleben, auf der Bühne, auf seinen über vierzig Audio-CDs und Hör-Cassetten, in seinen »Erwachsenen«-Büchern oder seinen wundervollen Kinderproduktionen. Es gibt wohl kaum einen Kleinkünstler, der sich derart dem Mainstream widersetzt und dabei seinen eigenen Stil kultiviert hat wie Erwin Grosche. weiterlesen

2001 Frank Goosen: Liegen lernen

2001

Frank Goosens Schriftstellerlaufbahn weist alle Merkmale einer Blitzkarriere auf. »Liegen lernen«, das Romandebüt aus dem Jahr 2001, verkaufte sich über 50.000 Mal und wurde von einem führenden deutschen Taschenbuch übernommen. weiterlesen

2001 Wiglaf Droste: Die Rolle der Frau und andere Lichtblicke

2001

An kaum einem Autor scheiden sich derart die Geister wie an Wiglaf Droste (Jg. 1961). Dem »bösesten deutschen Satiriker« wurden Titel wie »Nilpferdpeitsche unter den Kolumnisten« »satirischer Boxhandschuh«, »Verbalterrorist« oder »satirischer Amokläufer« verpasst. Der Grund: Der Kolumnist ist nicht zimperlich bei der Wahl seiner (sprachlichen) Waffen. weiterlesen

2002 Harald Hartung: Langsamer träumen

2002

Harald Hartung ist Autor, Kritiker und Anthologist. In allen Bereichen wird ihm höchste Anerkennung zuteil. Seine selbständigen literarischen Veröffentlichungen setzen 1970 mit der Gedichtsammlung »Hase und Hegel« ein. weiterlesen

2002 Reinhard Döhl: Lesebuch

2002

Das vorliegende Lesebuch wurde vom Autor Reinhard Döhl (1934-2004) kurz vor seinem Tod zusammengestellt und ist damit so etwas wie ein Vermächtnis. Es bietet einen repräsentativen Querschnitt durch ein äußerst heterogenes Werk, das nicht nur die Literatur, sondern auch die bildende Kunst und hier vor allem die Visuelle Poesie einschließt. weiterlesen