Ulrich Horstmann, 25.06.2010, Museum für westfälische Literatur, Haus Nottbeck Sie sind Professor und daneben Autor, Kritiker, Übersetzer und Philosoph. Wie wichtig ist diese literarische Betätigung?Wie viel Prozent Ihres Schreibens lässt sich mit Ihrer beruflichen Tätigkeit verbinden?Ihr thematisches Spektrum ist ungemein breit. Gibt es Leib- und Markenthemen?Sie provozieren gerne. Einer Ihrer Aphorismen-Bände heißt im Untertitel „Berserkasmen...“Muss man radikale Apokalypsen entwerfen, um dem Menschen aufzuzeigen, dass er ein Störfall, ein Fehler der Evolution ist?Leben wir in der schlechtesten aller Welten? Dreht sich die Spirale der Verdummung und Vernichtung immer weiter?Sie haben sich selbst literarisch für tot erklärt. Was hat es damit auf sich?Eine stärkere Assimilierung mit dem Literaturmarkt ist für Sie ausgeschlossen?Lässt es sich als vermeintlicher Aussteiger besser spotten als wenn man selbst Teil des Kulturbetriebes ist?Sie haben sich sehr kritisch über den Literaturbetrieb geäußert, dem es mehr um sich selbst gehe als um die Literatur...In Ihren Texten geht es ja immer wieder um Gestrandete und Gescheiterte. Was reizt Sie an solchen Figuren?Ihre Untier-Philosophie sorgte für viel Gesprächsstoff. Die Reaktionen sind alle auf Ihrer Homepage zu lesen...Ihr Drang zur Abschottung auf der einen, ein vitales Mitteilungsbedürfnis auf der anderen Seite: ein Widerspruch?Sie rechnen ab mit den Moralisten, Friedensbewegten, Populärphiloshophen... Mussten Sie einfach Dampf ablassen?In Ihren letzten beiden Aphorismen-Bänden lassen sie auch subtile Beobachtungen und Anflüge von Schwermut zu...Was macht den Aphorismus für Sie so interessant und relevant?Wie wichtig ist Ihnen die Publikumsresonanz auf Ihre Texte?Haben Sie einen Lieblingsaphorismus, den Sie zum Abschluss noch verraten möchten? LesungStandardinterviewindividuelles Interview