Ralf Thenior, 18.05.2010, beim Autor privat, in dessen Schrebergarten am Dortmund Hafen Wo befinden wir uns jetzt?Inwiefern ist das ein Rückzugsort für Sie?Das ist quasi eine notwendige Synthese für sie: die Stadt auf der einen Seite und das Grün auf der anderen Seite, das Zusammen...Gibt es bei Ihnen die berühmte Kladde oder die Notizenbeobachtung? Und wenn ja, wie entsteht daraus ein Gedicht?Sie haben einer Zusammenstellung Ihrer Texte den Titel einfache Dinge gegeben. Inwieweit ist für Sie der Alltag spannender als die Fiktion?Sie sind auch als literarischer Milieu-Beobachter beschrieben worden. Stimmen Sie zu? Sie wohnen ja bewusst in einer Stadt, die sozusagen nicht auf Rosen gebettet ist und Ihre Texte befassen sich häufig mit sozialen Randgruppen...Sie bilden in Ihren Texten die Wirklichkeit oft schonungslos und auch brutal ab. Warum verzichten dabei auf poetische Verzierungen?Könnte man denn sagen, dass dies eine bewusste Anti-Haltung gegenüber dem schönen Schein und den [] der Literatur ist?Ist das Kollagieren eine für Sie typische literarische Arbeitsweise?.In Ihrem letzten Gedichtband finden sich viele Wortspiele, Jargon, Rollengedichte und fast versteckte Pointierungen. Kommt der Kunstanspruch auf diese eher subversive Weise zum Zug?Im Bezug auf Ihre Erzählungen haben Sie einmal von schmutzigen Gedichten in schmutziger Sprache gesprochen. Was ist damit gemeint?Ein anderes Mal sprechen Sie hinsichtlich Ihrer Prosa vom poetischen Journalismus. Möchten Sie damit auch andeuten, dass Ihre Stoffe genau recherchiert und anschließend in eine literarische Sprache übersetzt wurden?Ihre Sympathien scheinen eher dem kleinen Helden des Alltags zu gehören. Ist das eine Art Solidarisierung mit den Underdogs, mit den kleinen Arbeitern?Sie arbeiten in vielen literarischen Sujets: Roman, Lyrik, Erzählung, Reisetexte. Ist so etwas planbar oder kristallisieren sich für Ihre jeweiligen Projekte bestimmte Formen wie von selbst heraus?Dann haben Sie viel mit Musikern zusammengearbeitet. Was waren Ihre Erfahrungen bei solchen Kooperationen und inwieweit sind sie auch für die Zukunft denkbar?Sie haben häufig auch als Literaturdozent mit Schülern zusammen. Ist das für Sie eine Bereicherung oder ein notwendiges Muss für den Broterwerb?Würden Sie gern ausschließlich von Ihren Büchern leben können?Ein Thema, das nicht fehlen darf, ist Reisen.Wie oft sind Sie unterwegs und welche Länder faszinieren Sie besonders?Ist für Sie Skepsis der adäquate Umgang mit der Wirklichkeit?Empfinden Sie sich als Teil der Literaturszene und wie beurteilen Sie diese generell? LesungStandardinterviewindividuelles Interview